Multi-Level-Marketing oder schon Schneeballsystem?
Hyla in der Kritik
Welchem dieser Systeme ist Hyla zuzuordnen? Unsere Redaktion hat bei Hyla selbst und der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nachgefragt.
Bei dem Staubsaugerhersteller handele es sich um ein Schneeballsystem – das warf Tiktoker Levi Hyla vor. Was sagt der Hyla-Geschäftsführer dazu? Der bleibt gelassen. Und kontert mit einem kleinen Seitenhieb: Der Tiktoker, meint Jan Pfeiffer, habe wohl in erster Linie seine eigene Reichweite steigern wollen.
Die Darstellung von Levi sei in weiten Teilen falsch, teilt Pfeiffer mit. Seine Kritik lasse keinerlei vertiefte Sachkenntnis oder Auseinandersetzung mit dem Unternehmen erkennen. Daher habe man sich zu den Vorwürfen gar nicht erst weiter geäußert.
Ein Sprecher der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass ein Schneeball- oder Pyramidensystem sich dadurch auszeichne, dass als primäres Ziel das Werben von Personen im Vordergrund stehe. Werde jemand angeworben, sei zum Einstieg eine größere Summe zu entrichten.
Weiter erklärt die Verbraucherzentrale, dass beim Multi-Level-Marketing, kurz MLM, teils zwar auch über das Anwerben neuer Verkäufer Geld verdient werde. Der Fokus liege jedoch eindeutig auf dem Verkauf der Waren.
Keine Provision fürs Anwerben neuer Verkäufer
Für Hyla-Geschäftsführer Pfeiffer ist die Sache klar. Den Vorwurf, ein Schneeballsystem zu betreiben, weist er entschieden von sich. Das Vertriebssystem weise keine progressiven, für ein Schneeballsystem charakteristischen Elemente auf. Zwar erhielten Verkäufer Provisionen in Abhängigkeit ihrer Position und der Größe des Teams, welches sie betreuten, dabei sei jedoch wichtig zu erwähnen, dass Provisionen für Verkäufe aus dem Team nur begrenzt anfielen, führt Pfeiffer aus. Sobald ein Vertriebspartner aufgestiegen sei, gingen die Provisionen zurück, bis schließlich gar keine Provision mehr anfalle – im Gegensatz zu einem Schneeballsystem, in dem die oberen Hierarchien immer mitverdienten, erklärt Pfeiffer. Auch erhielten Vertriebspartner keine Provision oder sonstige Vergütungen für das Anwerben neuer Vertriebspartner.
Nicht mit gängigen Nasssaugern vergleichbar
Auch zum Vorwurf, der Verkaufspreis der Staubsauger sei für das Produkt schlicht überzogen, äußert sich der Geschäftsführer. Der Preis eines Produkts sei von vielen Faktoren abhängig, teilt er mit. Und weiter: Da es sich bei Hyla nicht um einen normalen Staubsauger, sondern um ein „Luft- und Raumreinigungssystem“ handele, das den eingesaugten Staub und Schmutz in einem Wassertank binde, sei das Produkt nicht mit herkömmlichen Nasssaugern vergleichbar.
